Montag 28.05.2018 - 04:54 Uhr

Kirche

 

WDR 6 Kirche (27.11.2013)
 
"Diese Wirtschaft tötet“

Papst Franziskus veröffentlicht ein sozialkritisches Lehrschreiben und proklamiert eine Reform der Kirche. Vieles von dem ist enthalten, was Papst Franziskus seit seinem Amtsantritt bei Audienzen und in Interviews bereits geäußert hat.


Rom
– 
Fast 200 Seiten lang ist das Dokument, das Papst Franziskus am Dienstag veröffentlicht hat. Es wird allgemein als eine „Regierungserklärung“ acht Monate nach seiner Wahl betrachtet. In dem päpstlichen Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ (Freude des Evangeliums) wird Franziskus seinem Ruf als Erneuerer und Reformer zumindest in Teilen gerecht. Vieles ist enthalten, was der Argentinier seit seinem Amtsantritt im März in Predigten, bei Audienzen und in Interviews bereits geäußert hat: die Forderung nach einer armen Kirche, die sich um die Armen und Schwachen kümmert, nach einer lebendigen Kirche mit „offenen Türen“, nach Priestern, die den Kontakt zu den Menschen suchen und wirkliche Seelsorge leisten, anstatt ihr Amt in „pastoraler Trägheit“ auszuüben.


Jetzt plädiert er für eine Reform der Kirche „auf allen Ebenen“ – einschließlich der eigenen, der päpstlichen. Auch seine Kritik am verbreiteten Konsumdenken, der Wohlstandskultur und der dominierenden Rolle des Geldes bekräftigt Franziskus – und er erweitert sie im Lehrschreiben zu einer Art Brandrede, in der er das Wirtschafts- und Finanzsystem grundlegend infrage stellt.

 

So sei die ungleiche Verteilung des Reichtums die wichtigste Ursache aller sozialen Übel und von Gewalt. „Solange die Probleme der Armen nicht von der Wurzel her gelöst werden, indem man auf die absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation verzichtet und die strukturellen Ursachen der Ungleichverteilung der Einkünfte in Angriff nimmt, werden sich die Probleme der Welt nicht lösen“, schreibt der Papst. Sozialkritik hatten auch schon seine Vorgänger Benedikt XVI. und Johannes Paul II. geäußert. Aber Franziskus ist sehr viel deutlicher, direkter und schärfer. An anderer Stelle befindet er: „Diese Wirtschaft tötet.“ Alles drehe sich heute um Konkurrenzfähigkeit und das Gesetz des Stärkeren. „Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann.“

Kirche soll Neues riskieren

An die Ränder der Gesellschaft muss die Kirche gehen und alles in den Dienst der Schwachen stellen, fordert der Papst. Religion müsse Einfluss auf das soziale und politische Geschehen haben. Christen müssten sich aktiv für den Aufbau einer besseren Welt einsetzen und darauf hinwirken, dass niemand ausgeschlossen wird. Die Kirche soll dafür hergebrachte Positionen aufgeben und Neues riskieren: „Mir ist eine ‚verbeulte‘ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straße hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist“, schreibt Franziskus.

 
Quelle: www.fr-online.de/der-neue-papst/papst-franziskus--diese-wirtschaft-toetet-,10846758,25437588.html
 
 
 

WDR 6 Kirche
 

Papst mag keine Schmeichler
 
Papst Franziskus kann nach eigenen Worten Lobhudelei schwerer ertragen als unfaire Angriffe.

"Ich habe eine Allergie gegen Schmeichler", sagte er in einem Interview.

Schmeichler - oder nach einem Dialektausdruck seiner Heimatstadt Buenos Aires "Sockenlecker" - wollten andere mehr oder weniger offensichtlich für sich selbst einspannen, so der Papst.

Die Abneigung gegen solche Leute liege ihm in der Natur und sei "keine Tugend".

 
Quelle: ZDFneo-Text 21.11.2016
 
 
 

WDR 6 Kirche

Das Wort zum Sontag (01.03.2014) (Short-Version)


Für die Führer der deutschen Christen zur Erinnerung:

Aus tiefster Not schrei ich zu dir ...

Hast du auch stets geholfen mir ...

So schlottert Angst mir durchs Gebein ...

Geld könnt nicht mehr allmächtig sein ...



Präambel

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.



Art. 20 GG

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.



Art. 14 GG

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.